Beschlussvorschlag:

Es wird beschlossen, vorbehaltlich der Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt, die Vergabe von Los 1: Neubau Brunnen 31 und den Rückbau des Brunnen 1 sowie Los 2: die Brunnenregenerierung von Brunne 20, 24, 25 an die Preisgünstigsten Bieter zu vergebn.

 

Sachverhalt/Stellungnahme der Verwaltung:

1.            Angebotsverfahren, Angebote

 

Die o.a. Leistungen wurden öffentlich nach VOB/A ausgeschrieben. Die Veröffentlichung erfolgte am 22.01.2021 in den Online-Portalen

 

-       Subreport ELVIS

-       B_I-Medien.de (Bauwirtschaftliche Informationen)

-       www.submission.de

-       Print-Ausgabe des Submissions-Anzeigers

-       www.dtvp.de (Deutsches Vergabeportal) am 25.01.2021

 

Ferner wurde ein Hinweis auf die Ausschreibung auf der Homepage der Inselgemeinde Juist veröffentlicht. Die Anzahl der Anfragen bzw. Downloads der Ausschreibungsunterlagen ist dem Unterzeichnenden nicht bekannt. 

 

Ein Unternehmen hat am 02.02.2021 in Subreport mitgeteilt, dass kein Angebot abgegeben wird.

 

Die Öffnung der Angebote fand am 11.02.2021 um 11:00 Uhr im Rathaus bzw. online durch den Verhandlungsleiter Herrn Arno Klaassen unterstützt durch Frau C.Janssen-Visser statt.

Es waren keine Vertreter von Bieterfirmen bei der Submission anwesend.

 

Es sind zu dem o.g. Eröffnungstermin 3 Angebote fristgerecht eingegangen.                           

Die Brunnenbauarbeiten wurden in zwei Baulosen ausgeschrieben, damit eine losweise Vergabe möglich ist und ggf. ein größerer Bieterkreis an der Durchführung der Arbeiten interessiert werden könnte.

Dabei ist davon auszugehen, dass die Geräte und Materialien für das Los 1: Neubau Brunnen 31 für eine längere Ausführungszeit von ca. 4 Wochen an dem Bohrpunkt des neuen Brunnen 31 im Einsatz sein werden.

In dieser Zeit könnten mit anderen Gerätschaften bereits die Regenerierarbeiten an den drei Brunnen 20, 24 und 25 (Los 2) erfolgen und das Bedienpersonal u.U. an verschiedenen Einsatzorten wechselnd tätig werden. Für die Entsandung und Inbetriebnahme des neuen Brunnen 31 wäre dann das Gerät der Regenerierarbeiten ebenfalls einsetzbar, sofern beide Lose von einem Auftragnehmer ausgeführt werden.

Die Baustelleneinrichtung wird aufgrund der unterschiedlichen Geräte und Materialien und der unterschiedlichen Einsatzorte auf der Insel Juist nicht geringer aufwändig. Die Dringlichkeit zur Ausführung des Loses 2 ist vor dem Sommerbetrieb der Brunnen des Wasserwerkes besonders hoch, so dass diese Arbeiten vorrangig sind. Seitens der unteren Wasserbehörde des Landkreises Aurich bestehen gegen die am 18.01.2021 gestellte Rückbauanzeige des Brunnen 1 und Neubauanzeige des Brunnen 31 keine Einwände, die u.U. einen Ausführungsbeginn erst im Herbst d.J. für das Los 1 nach sich gezogen hätten.

Aus den vorgenannten Gründen sollte mit der Ausschreibung in zwei Losen den Anforderungen des Wasserwerkes Juist möglichst flexibel nachgekommen werden können.

 

2.            Prüfung der Angebote und Nebenangebote

Die formale Prüfung der drei Angebote erfolgte gemäß der in Anlage 7 beigefügten Prüfungsbögen.

Die Angebote aller drei Bieter entsprechen den formalen Anforderungen, die in den anliegenden Prüfungsbögen aufgeführt und bewertet worden sind.

Einige Unterlagen sind von den Bietern auf Anforderung vor einer Auftragserteilung nachzureichen. Sofern der Bieter für die Auftragserteilung in Betracht kommt, werden diese Unterlagen bei Bedarf angefordert und seitens des Auftraggebers ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister beim Bundesamt für Justiz angefordert.  

Ferner wären die aktuellen Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Sozialversicherungen, des Finanzamtes und der Nachweis der ausreichenden Haftpflichtversicherung einzureichen.

Das Unternehmen NBB hat die Unterlagen bereits zur Angebotseröffnung weitestgehend vollständig eingereicht.

Folgende, von den zur Prüfung zugelassenen Firmen, gewährten einen

Preisnachlass:

·         keine

Folgende, von den zur Prüfung zugelassene Firmen gewährten einen Skonto:

·         keine

Folgende, von den zur Prüfung zugelassene Firmen enthielten Nebenangebote:

·         keine

 

3. Eignungsprüfung der Bieter

Die Eignungsprüfung der Bieter ist nicht erforderlich, da alle Bieter über die fachspezifische DVGW-Zulassung W120 und ausreichende Referenzen verfügen. Es handelt sich bei allen Bietern um hochqualifizierte Brunnenbauunternehmen, die seit vielen Jahrzehnten in diesem Tätigkeitsbereich erfahren und zuverlässig sind. Ferner sind die drei Unternehmen zertifiziert bzw. präqualifiziert und haben vergleichbare Lieferungen und Leistungen in großer Anzahl erfolgreich durchgeführt.

 

 

4. Prüfung der Angemessenheit der Preise

Für die Prüfung der Angemessenheit der Preise wurde ein Preisspiegel für die drei Bieter anhand der Hauptangebote in der Anlage 2 erstellt und die Schlüssigkeit der Preise geprüft. Eine entsprechende Wertungsübersicht befindet sich in der Anlage 5; darin sind die Angebotssummen getrennt nach den Losen aufgeführt; ferner ist in dem entsprechend kenntlich benannten Preisspiegel der Anlage 3 das Nebenangebot der Fa. NBB den anderen Hauptangeboten gegenüber gestellt worden.

Sofern an der Angemessenheit der Preise Zweifel bestehen sollten, wäre eine Aufklärung hierüber herbeizuführen. Der Unterzeichnende hat in seiner Kostenberechnung vom 20.01.2021 mit Kosten in Höhe von brutto 194.272,90 € im Los 1 und brutto 55.281,50 € im Los 2; zusammen somit brutto 249.554,40 gerechnet.

Dabei wurden für die Brunnenbauarbeiten im Los 1 auf der Grundlage von vergleichbaren Projekten auf dem Festland mit dem höheren Aufwand der Arbeiten auf der autofreien Insel Juist die zu erwartenden Kosten kalkuliert; für das Los 2 sind die Angebotspreise der vorherigen Ausschreibung vom Oktober 2020 zugrunde gelegt worden. 

5. Wertung der Angebote

Die Prüfung der Angebote hat folgenden Sachverhalt ergeben:

5.1 Eugen Engert GmbH, Minden

Das Angebot der Firma Eugen Engert GmbH, Minden ist vollständig und fehlerlos

ausgefüllt, es ist formal wertbar. Ferner ist die Eigenerklärung zur Eignung mit Unterschrift und der Nachweis der DVGW-Bescheinigung W120 eingereicht worden.

5.2 Ivers Brunnenbau GmbH, Osterrönfeld

Das Angebot der Firma Ivers ist ebenfalls vollständig und kann formal gewertet werden.

Das Unternehmen hat die DVGW-Bescheinigung eingereicht und die weiteren Zertifizierungen und Präqualifizierungen im Anschreiben benannt.

5.3 NBB Nord Bohr und Brunnenbau GmbH, Hamburg

Das Unternehmen NBB, Hamburg, hat ebenfalls den Nachweis der Präqualifikation erbracht, verfügt über die DVGW-Bescheinigung W120 und hat die Nachunternehmerleistungen für die geophysikalischen Messungen angegeben. Darüber hinaus sind die weiteren Unbedenklichkeitsbescheinigungen und Nachweise dem Angebot beigefügt worden, die ggf. auch hätten nachgefordert werden können.

Neben dem vollständigen und formal einwandfreien Hauptangebot wurde von der Fa. NBB ein Nebenangebot eingereicht, das nachfolgend zunächst preislich den drei Hauptangeboten gegenübergestellt wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6. Angebotsauswertung

Die Angebotsendpreise der eingereichten Angebote (brutto, d.h. incl. 19 Umsatzsteuer) betragen:

Angebots-

nummer

Bieter

Los 1

Los 2

zusammen

1

E. Engert

253.622,08

92.516,55

346.138,63

2

Ivers

244.077,09

73.149,30

317.226,39

3

NBB

224.339,99

99.855,28

324.195,27

Nebenangebot

NBB

204.466,99

97.505,03

301.972,02

 

Die Kostenberechnung vom 20.01.2021 des Unterzeichnenden beläuft sich auf:

 

 

 

194.272,90

55.281,50

249.554,40

 

Nach dem Entscheidungskriterium „Preis“ ist die Vergabe nach den Hauptangeboten an die Firma

 

NBB für das  Los 1: Neubau Brunnen 31 und

Fa. Ivers für Los 2: Regenerierung der Brunnen 20, 24, 25

die wirtschaftlich günstigste Variante. Der Gesamtpreis für die Summe der losweisen Vergabe würde danach 297.489,29 € betragen und rund 20 % über der Kostenberechnung liegen.

Die höheren Angebotspreise werden besonders im Los 2 deutlich, das vermutlich in der Durchführbarkeit der Arbeiten im Dünengelände aufgrund der Transportsituation von den Bietern mit einem hohen Aufwand kalkuliert wurde. 

Die Firma NBB Hamburg hat im Begleitschreiben zu den Nebenangeboten für beide Lose die zugrunde liegenden Überlegungen erläutert und eine wichtige Einschränkung formuliert:

 

In der lfd. Nr. 2 der Erläuterungen wird die Aufschlussbohrung im Trockenbohrverfahren empfohlen und angeboten. Dabei müsste auf die geophysikalischen Messungen verzichtet werden, die Schichtenansprache bzw. Bodenprobenqualität ist in dem Verfahren verbessert.

Dieser Überlegung kann vom Unterzeichnenden zugestimmt werden; ferner soll dabach die Festlegung bzw. Abstimmung zum Ausbau des Brunnen nach Auswertung der Bodenproben erfolgen (siehe 4. der Erläuterungen). Ein großer Vorteil des Nebenangebotes besteht darin, dass der Brunnenbau gleich nach der Vorbohrung erfolgen kann und im günstigsten Fall noch vor der Sommersaison durchzuführen wäre (siehe 3.).

Einen Vorbehalt nennt das Unternehmen ohne genaue Terminabgabe unter 6.), wonach eine „unverzügliche Beauftragung erforderlich“ wäre.

Unter 7. und 8. weist das Unternehmen darauf hin, dass die Impulsentsandung aufgrund der Zuwegungen zu den Brunnen nicht möglich wäre. Diese Einschränkung hängt von den, bei NBB verfügbaren Gerätschaften ab, wäre aber vertretbar, da die erfolgreiche Regenerierung auch mit den „konventionellen“ Verfahren nach dem Leistungsverzeichnis durchführbar, ggf. aber zeitaufwändiger für das Unternehmen ist.

Die vorgenannte Einschränkung für das Los 2 im Nebenangebot lautet, dass diese Regenerierarbeiten nur in Verbindung mit der Beauftragung des Loses 1 angeboten werden (siehe 10.).  Da der Nebenangebotspreis der Fa. NBB für das Los 2 ohnehin sehr hoch ist, kann die Vergabe für dieses Los an die Firma nicht empfohlen werden.

Aufgrund der hohen preislichen Differenzen ist eine getrennte Vergabe der Lose 1 und 2 wirtschaftlich deutlich vorteilhafter für die Inselgemeinde Juist. Dabei ist das Nebenangebot der Fa. NBB für das Los 1 auch aus brunnenbautechnischer Sicht (Trockenbohrung) vorteilhaft und kann vom Unterzeichnenden ohne Einschränkung empfohlen werden.

Die Vergabe würde nach den vorgenannten Angebotspreisen die Gesamtkosten von:

 

Los 1, Nebenangebot NBB,  brutto  204.466,99 €

Los 2, Hauptangebot Ivers,    brutto    73.149,30 €

Zusammen:                            brutto  277.616,29 € ergeben.

 

Damit wäre eine Differenz von 11,1% gegenüber der Kostenberechnung festzustellen.

Beide Unternehmen haben auf telefonische Anfrage bestätigt, dass sie die jeweiligen Baulose zu den angebotenen Vertragsbedingungen, d.h. auch losweise getrennt, ausführen werden.

Ein entsprechendes Informationsschreiben an die erfolgreichen Bieter sollte an die beiden Firmen NBB für das Los 1 und Ivers für das Los 2 gesendet werden.

Ferner sind die Absageschreiben an die Firmen für die nicht zu beauftragenden Lose und an die Firma Engert für beide Lose vorbereitet und mit ihrer Zustimmung zu versenden.

Die Ergebnisse der Ausschreibung, die vorliegende Angebotsauswertung und die vorgenannten Schreiben empfehle ich der Kommunalaufsicht des Landkreises Aurich vorzulegen bzw. zu senden und dort prüfen bzw. anerkennen zu lassen.

Es wäre für die Sicherstellung der öffentlichen Trinkwasserversorgung auf Juist sehr wichtig, wenn die Arbeiten entsprechend beauftragt und durchgeführt werden können.

 

Stellungnahme der Kämmerei

Für den Neubau des Brunnens war in 2020 ein Betrag von 100.000 € geplant. Dieser Betrag kann als Haushaltsrest in 2021 verwendet werden. Für die darüber hinaus benötigten investiven Mittel bedarf es einer Mittelumbuchung von der Maßnahme „Ozon-Biofiltration, Brunnenstuben, Elektroschaltschränke“ (Rest zum 31.12.2020 rund 719.000 €) auf den Neubau Brunnen in Höhe von weiteren 70.000 €. Mit der Entscheidung des Rates über die Vergabe der Aufträge wird auch über die Mittelumbuchung entschieden.

 

Für die Regenerierung von 4 Brunnen waren Mittel in Höhe von 80.000 € bereits im Vermögensplan des Eigenbetriebs Wirtschaftsbetriebe der Inselgemeinde Juist für 2020 eingestellt. Unsere Wirtschaftsprüfer haben die Maßnahme „Brunnenregenerierung“, nachdem der Plan 2020 schon fertig war, als Aufwand deklariert. Somit fehlen diese Mittel aktuell als Haushaltsrest zur Verwendung in 2021. Die Kommunalaufsicht des Landkreises Aurich wurde gebeten, im Vorgriff auf den Haushaltsplan 2021 eine Genehmigung für konsumtive Mittel in Höhe von 80.000 € zur Brunnenregenerierung und Rückbau des Brunnens 1 auszustellen.

 

Juist, den 08.03.2021

 

A. Klaassen

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

x

Ja

 

Nein

Gesamtkosten der Maßnahme (Anschaf-fungskosten/Herstellungskosten):

277.616,29

Euro

Jährliche Folgekosten:

 

Ja

 

Nein

 

Euro

 

Finanzierung:

Eigenanteil der Gemeinde (inkl. Kredite):

 

 

Euro

Objektbezogene Einnahmen (Zuschüsse, Spenden, Beiträge):

 

Euro

Veranschlagung:

Gemeinde:

 

ErgebnisHH

 

FinanzHH

     (lfd. Kosten)          (Investitionen)

 

BAD

x

Wirtschaftsbetriebe

 

 

Erfolgsplan

 

Vermögensplan