Betreff
Hydro- und morphologische Auswirkungen einer Verlegung der Hafeneinfahrt des Juister Sportboothafens
Vorlage
2015/081
Art
Bauunterhaltungsvorlage

Beschlussvorschlag:

Das Angebot des NLWKN zur Ermittlung der qualitativen Veränderung im Strömungs- und Sedimentationsmuster im Juister Hafenbereich bei Umlegung der Hafeneinfahrt des Sportboothafens in den nördlichen Bereich wird angenommen. Die Kosten für die Modellentwicklung, die Validierung, die Variantenstudie und den Bericht belaufen sich auf 36.400 €, die Kosten für die Ermittlung der aktuellen Topografie auf 2.200 €. Die Gesamtkosten betragen somit 38.600 €.

Sachverhalt/Stellungnahme der Verwaltung:

Das Franzius-Institut Hannover wurde im Jahr 2010 von der Gemeinde Juist mit einer wissenschaftlichen Begleitstudie zur Verschlickungsproblematik im Hafen Juist beauftragt. Der Abschlussbericht wurde im Februar 2012 dem Juister Gemeinderat und auch dem SegelKlub Juist anlässlich der Jahreshauptversammlung vorgestellt. Zusammenfassend stellte das Franzius-Institut fest, dass nach den Ergebnissen der vorliegenden Variantenstudie von einer Verbreiterung der Einfahrt in den Sportboothafen an bestehender Position keine Verringerung des Sedimenteintrages in den Sportboothafen zu erwarten ist. Als folgerichtig nächsten Schritt schlug Franzius die Untersuchung einer Variante mit Sportboothafeneinfahrt an anderer Position vor, deren Wirkung und Effektivität in ggf. weiteren Untersuchungen nachgewiesen werden könnte, sofern ein Interesse der Gemeinde und des Landes Niedersachsen bestünden. Die vom Franzius-Institut favorisierte Variante war eine Verlegung des Eingangs auf der Nordseite unter Berücksichtigung des für den NLWKN vorzuhaltenden Liegeplatzes (Rampe).

Anlässlich eines Gesprächs mit Vertretern der Gemeinde und des Vorstands des SegelKlubs am 23.02.2012 bestand Einigkeit darüber, keine weiteren Untersuchungen durchführen zu lassen. Der Klub sah sich finanziell nicht in der Lage, die Steganlage komplett auf einen Nordeingang auszurichten. Die zusätzliche finanzielle Belastung des Gemeindehaushaltes bei weiteren Simulationen war ein weiterer Grund.

Seit dieser Zeit wird seitens des SKJ immer wieder eine Verbesserung der Situation des Sportboothafens in Bezug auf Verschlickung und Versandung angemahnt. Die Verwaltung ihrerseits drängte ständig auf eine begleitende Untersuchung zur Unterhaltung der Wassertiefen in Gemeinde- und Sportboothafen durch einen Fachmann. Bereits Ende 2008 scheitere der Versuch, Dr. Manzenrieder mit einer solchen Untersuchung zu beauftragen. Nach Diskussionen im Gemeinderat und Absetzung des Punktes zog Manzenrieder sein Angebot zurück.

Im April 2014 erfolgte nach erneuter Vorlage der Verwaltung der Ratsbeschluss für eine weitergehende wissenschaftliche Begleitstudie zu den Unterhaltungsbaggerungen im Hafen Juist an das Ing.Büro Dr. Manzenrieder. Bereits im Vorfeld hatte Manzenrieder mit dem Juister Gemeinderat, dem SKJ und der Verwaltung mögliche Strategien diskutiert. Im September 2014 dann stellte er dann den Beteiligten seine Strategie  - Sportboothafen mit Spülpolderfunktion – vor.

Auf Antrag des Ratsmitgliedes Doyen-Waldecker hat der Rat in seiner Sitzung am 16.10.2014 beschlossen, die von Dr. Manzenrieder vorgestellten Planungen einem unabhängigen Gutachter vorzulegen.

Daraufhin wurden Dr. Wurpts vom NLWKN die Unterlagen vorgelegt. Es kam dann zu einer Begehung des Hafens und anschließenden Besprechung mit Vertretern des Rates, der Verwaltung und dem Vorstand des SKJ am 22.06.2015. Hier wurden diverse Möglichkeiten einer Optimierung der Zufahrt zum Sportboothafen diskutiert. Ergebnis dieses Gespräches ist der Vorschlag des NLWKN, zu modellieren, wie die Auswirkungen des Materialeintrags im Sportboothafen sind, wenn die Einfahrt von der Süd- auf die Nordseite verlegt wird.

Auch Überlegungen über eine komplette Entfernung der Schwallschutzwand wurden angestellt. Dr. Wurpts hält es für unerlässlich auch hier zunächst ein Modell zu erstellen um die genauen Auswirkungen dieser Maßnahme abschätzen zu können.

Als weiteres Problem bei einer kompletten Entfernung der SSW stellt sich die Tatsache, dass diese Maßnahme im Rahmen des Projektes „Bau einer Seebrücke“ von Land und EU kofinanziert wurde. Nach ersten Aussagen der zuständigen NBank könnten Rückforderungen in Höhe von ca. 125.000 € bei Wegnahme der Wand auf die Gemeinde zukommen.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Ja

 

Nein

Gesamtkosten der Maßnahme (Anschaf-fungskosten/Herstellungskosten):

 

Euro

Jährliche Folgekosten:

 

Ja

 

Nein

 

Euro

 

Finanzierung:

Eigenanteil der Gemeinde (inkl. Kredite):

 

 

Euro

Objektbezogene Einnahmen (Zuschüsse, Spenden, Beiträge):

 

Euro

Veranschlagung:

Gemeinde:

 

ErgebnisHH

 

FinanzHH

     (lfd. Kosten)          (Investitionen)

 

BAD

 

Wirtschaftsbetriebe

 

 

Erfolgsplan

 

Vermögensplan